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Thüringen: Wie Zukunft auch abseits der Metropolen entsteht

Die drei Thüringen-Bilder aus Gera, Schmölln und Stadtroda zeigen, wie kleinere Städte und Mittelzentren ihre Stärken neu entdecken können. Sie machen sichtbar, wie öffentliche Räume, Mobilität und Grün neu zusammenspielen – und wie lebenswerte Zukunft nicht nur in Metropolen entsteht.

Zukunft wird oft mit großen Städten verbunden. Doch die drei Zukunftsbilder aus Gera, Schmölln und Stadtroda erzählen eine andere Geschichte: Sie zeigen, dass Transformation gerade dort besonders wirksam sein kann, wo Nähe, Identität und Überschaubarkeit bereits vorhanden sind.

Die Motive stehen exemplarisch für viele Städte in Thüringen – Orte mit Geschichte, Struktur und Potenzial. Die Bilder fragen nicht, wie man sie neu erfindet, sondern wie man ihre Qualitäten weiterentwickelt.

Gera

Luftaufnahme des Theaters in Gera 2025 – umgeben von Straßenverkehr, klassischer Stadtstruktur und weitläufigen Grünflächen. Zukunftsvision von Gera 2045 – nachhaltige Stadtgestaltung rund um das Theater mit begrünten Gebäuden, urbanen Parks, neuer Straßenbahninfrastruktur und autofreien Wegen.

Reinventing Society & loomn architekturkommunikation & VCS (CC BY NC-SA 4.0)

Öffentlicher Raum als gemeinsamer Mittelpunkt

In allen drei Bildern rückt der öffentliche Raum wieder ins Zentrum. Plätze, Straßen und Übergänge werden nicht länger primär als Verkehrsflächen verstanden, sondern als Orte des Aufenthalts, der Begegnung und des Alltags. Entsiegelte Flächen, Bäume, Sitzmöglichkeiten und klare Wege schaffen Räume, die genutzt werden wollen – ohne Konsumzwang und ohne Überformung.

So entstehen Stadträume, die Identität stiften und das soziale Leben sichtbar machen.

Grün als Infrastruktur, nicht als Dekoration

In Gera, Schmölln und Stadtroda wird Grün zur funktionalen Infrastruktur. Bäume, durchlässige Böden und begrünte Randbereiche verbessern das Mikroklima, speichern Wasser und machen Hitze erträglicher. Gleichzeitig erhöhen sie die Aufenthaltsqualität und schaffen neue Verbindungen zwischen Stadt und Landschaft.

Die Bilder zeigen, wie Klimaanpassung sichtbar und selbstverständlich werden kann – auch mit überschaubaren Mitteln.

Schmölln

Luftaufnahme des Marktplatzes in Schmölln 2025 – historisches Rathaus, umliegende Wohn- und Geschäftshäuser, parkende Autos und klassischer Stadtplatz. Zukunftsvision des Marktplatzes in Schmölln 2045 – grüne, autofreie Innenstadt mit begrünten Gebäuden, urbanen Gärten, erneuerbaren Energien und neuen Aufenthaltsbereichen.

Reinventing Society & loomn architekturkommunikation & VCS (CC BY NC-SA 4.0)

Mobilität neu ordnen – ohne Abhängigkeit

Die Zukunftsbilder zeigen eine Mobilität, die funktioniert, ohne zu dominieren. Fuß- und Radwege werden durchgängig und sicher, der öffentliche Verkehr ist gut integriert, der Autoverkehr bleibt möglich, verliert aber seine Vorrangstellung.

Gerade in kleineren Städten wird so deutlich: Lebensqualität entsteht nicht durch Verdrängung, sondern durch Ausbalancieren. Mobilität wird leiser, übersichtlicher und alltagstauglicher.

Warum diese Bilder wichtig sind

Die drei Thüringen-Motive machen deutlich: Zukunft ist keine Frage der Größe. Sie entsteht dort, wo Bestehendes weitergedacht wird. Die Bilder liefern keine fertigen Lösungen, sondern Vorstellungen davon, was möglich wäre, wenn Gemeinden ihre Räume bewusst gestalten.

Sie laden dazu ein, den Blick zu weiten – weg von Defiziten, hin zu Chancen. Und sie zeigen, dass positive Veränderung nicht laut oder spektakulär sein muss, um wirksam zu sein.

Stadtroda

Luftaufnahme der Altstadt von Stadtroda 2025 – historische Gebäude, Parkplatzflächen am Fluss und klassisch geprägte Straßenräume. Zukunftsvision der Altstadt von Stadtroda 2045 – renaturierter Flusslauf, begrünte Gebäude, autofreie Wege und ein urbaner Park mit nachhaltiger Infrastruktur.

Reinventing Society & loomn architekturkommunikation & VCS (CC BY NC-SA 4.0)

Fazit: Eine leise, starke Zukunft

Gera, Schmölln und Stadtroda stehen für eine Zukunft, die aus dem Alltag heraus wächst. Eine Zukunft, die Nähe, Identität und Lebensqualität stärkt – und zeigt, dass lebenswerte Perspektiven überall entstehen können.

Nicht als Vision für wenige.
Sondern als machbare Zukunft für viele.

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